Der Bau

„Ich habe den Bau eingerichtet…“

Ein Bericht des WPK Szenisches Gestalten 2020/21

„Ich habe den Bau eingerichtet und er scheint wohl gelungen. Von außen ist eigentlich nur ein großes Loch sichtbar, dieses führt aber in Wirklichkeit nirgends hin, schon nach ein paar Schritten trifft man auf natürliches, festes Gestein.“

90 Jahre ist es her, dass Max Brod Franz Kafkas Erzählung „Der Bau“ veröffentlichte. Dies geschah in einer für uns unvorstellbaren Zeit, denn 1931 stand die Menschheit vor ganz anderen Herausforderungen als heute. Und doch fragten wir uns, was dieser Bau eigentlich heute sein könnte. Wer lebt darin, wer also sind seine Bewohner*innen? Und, vor allem, wer ist ihm feindlich gesinnt?

Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Wahlpflichtkurs Szenisches Gestalten in diesem Jahr sehr intensiv. Zunächst überfordert von den oben zitierten ersten Sätzen begaben wir uns auf die Suche nach Antworten. Schnell assoziierten wir den Bau mit einem unbekannten Wesen, das ihn behaust, und waren uns einig: Wir waren bereit, in die Tiefen des Baus hinabzusteigen, ihn zu erforschen und ihn kennenzulernen.

Dass uns der Bau das ganze Jahr über ständiger Begleiter sein würde, wussten wir allerdings noch nicht. Unter den Pandemie-bedingten Umständen waren wir gezwungen, unsere Proben online durchzuführen. Nach einigen analogen Treffen zu Beginn des Schuljahres war es uns leider nicht mehr möglich, dies so fortzusetzen, „in Echt“ zu proben. So kam es, dass die Plattform „Zoom“ große Bedeutung für uns gewann und wir uns mit den dadurch entstehenden Möglichkeiten vertraut machten. Wir arbeiteten eine lange Zeit theoretisch, setzten uns mit Verschwörungstheorien auseinander, analysierten sie und stellten unsere Ergebnisse auf verschiedenste Art in „Zoom“ vor. Dies waren die ersten Versuche, sich an den neuen Theaterunterricht zu gewöhnen. Doch die Vorarbeit war wichtig: Wir bekamen ein besseres Textverständnis sowie ein Gefühl für die digitale Plattform und waren bestens vorbereitet, weiter an Kafkas Text zu arbeiten und ihn zu inszenieren.

Nur eines war dieses Jahr von Anfang an sicher: Wir würden im März 2021 wohl nicht auf der Bühne stehen und vor einem Publikum auftreten können. So gewöhnten wir uns an „Zoom“, fanden in der Plattform ein neues Zuhause und machten aus ihr unseren eigenen, persönlichen Bau. Unser neuer Bau hielt natürlich auch einige Überraschungen für uns bereit und es war nicht immer einfach, ihn zu verstehen. Eine ganz neue Art der Ästhetik stand für uns im Fokus, wir mussten schließlich auf Bühne, Scheinwerfer und Mikrofone verzichten. Trotzdem wurde aus dem ständigen Begleiter unser bester Freund: Wir fühlten uns wohl und willigten ein, mit ihm unser Theaterstück aufzuführen. Eine völlig neue Art des Theaters, angepasst an die aktuellen Umstände.

 

 

Wir können also zufrieden sagen: „Wir haben den Bau eingerichtet und er scheint wohl gelungen[!]“

Lisa Bade (T12c - 2020/21)

Teilnehmende: Antonia Bodach (S12c), Jessica Grisanti (S12c), Efe Can Bozztosun (W12b), Mario Varazdinec (S12d), Lisa Bade (T12b)

Anleitung: Marzena Parusel und Daniel Behringer

 

 

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